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Der nächste Meditationsbrief erscheint am 22.1.2023.

 











 
 

Liebe Leserinnen und Leser!

In der nächsten Zeit wird die ‚Gegenrede’ des Wüstenvaters Evagrius Ponticus fortgesetzt. Er beschreibt zunächst eine mögliche Versuchung – sei es im Hinblick auf eine bestimmte Einstellung oder angesichts einer bevorstehenden Handlung – und stellt dieser einen Gedanken aus den heiligen Schriften der Bibel entgegen. Für die Wüstenväter spricht aus ihnen in besonderer Weise Gott und sie enthalten für die Mönche ein kostbares Weisheitsgut der Menschheit.
Es ist erstaunlich, wie differenziert Evagrius die Varianten unseres Fehlverhaltens beschreibt. Zu den Lastern hat er über 490 Einzelfälle benannt. Die meisten Gegenreden haben Sie bereits kennengelernt.
Bei seinem Vorhaben, die Mönche vor seelischem Unheil zu bewahren, steht das Lebenspraktische im Vordergrund.
Ich selbst bin bei jeder Gegenrede immer wieder erneut gespannt, welche ‚Nuance’ Evagrius im Hinblick auf ein Laster in den Blickpunkt rückt.

Udo Manshausen

 

Völlerei und Dummheit

Leitgedanke für die Woche

Mit welchen Argumenten überlisten Sie sich zur Völlerei?

Aus dem Gedankengut der Wüstenväter

Evagrius Ponticus: „Gegen die Gedankenströme, die uns dadurch in die Irre führen, dass es in Ordnung sei, an einem Festtag ein wenig Mitleid mit unserem Körper zu haben, indem wir ihm ein wenig ‚Kostbares’ zukommen lassen. Spr 19,10: ‚Schwelgerei ist nicht zuträglich für einen Unverständigen, und (ebenso wenig), wenn ein Diener anfängt, voller Mutwillen zu herrschen.’“*

Impuls

Der Unverständige sei der Dumme, da es ihm an Einsicht fehlt – so beschrieben im Buch der Sprichwörter. Wenn der Mensch von Völlerei zu Völlerei lebt, wird er erkennen, dass er nie ganz ‚satt’ wird, welche Annehmlichkeit er sich auch zuführt.
Für den ideenreichen Mönch ist es leicht, Gründe für die Unterbrechung seines Fastens zu finden, das er sich selbst auferlegt hat. Darin liegt für Evagrius nicht das schwerwiegende Problem, da es doch allzu verständlich ist, dass ein ausgehungerter Mensch zudem nicht viele Überredungskünste benötigt, um sich dem Genuss hinzugeben. Es steht eine weitaus größere Versuchung zur Verhandlung, bei der der Seele vorgegaukelt wird, dass die materiellen Dinge die Sehnsüchte in unserem Leben erfüllen können. Derjenige, der trotz aller vernünftigen Gegenrede weiterhin davon überzeugt ist, dass Reichtum und Üppigkeit den Sinn des Lebens widerspiegeln werden, der hat sein Kalkül ohne das Prinzip einer immer bleibenden und somit ‚unstillbaren Sehnsucht’ gemacht.
Der Prophet Jesaja fordert seine Zuhörer mit den folgenden Worten heraus: „Der Herr ruft: ‚Ihr habt Durst? Kommt her, hier gibt es Wasser! Auch wer kein Geld hat, kann kommen. Nehmt euch Brot und esst! Hierher! Hier gibt es Wein und Milch. Bedient euch, es kostet nichts! Warum gebt ihr euer sauer verdientes Geld aus für Brot, das nichts taugt, und für Nahrung, die euch nicht sättigt? Hört doch auf mich und tut, was ich sage, dann habt ihr es gut! Ihr dürft köstliche Speisen genießen und euch daran satt essen. Hört mir zu und kommt her! Ja, nehmt meine Worte an, dann werdet ihr leben! Ich will einen Bund für alle Zeiten mit euch schließen und euch die Gnade erweisen, die ich David versprochen habe ...’“**
Die Sphäre des Göttlichen – gemeint ist das Geistige und Spirituelle – kann unser Herz erfüllen und die uns von Gott eingegebene Sehnsucht stillen. Die Autorin Andrea Schwarz eröffnet uns die unstillbare Sehnsucht als eine vielfältige Chance und hoffend schreibt sie: „Möge Gott die unstillbare Sehnsucht ausgießen in unsere Herzen. Möge Gott uns den Mut zum Träumen geben und die Kraft, jeden Tag neu den Aufbruch zu wagen. Möge Gott uns voranziehen und zugleich unser Schutz sein, und möge Gott uns ein Leben in Fülle schenken, damit wir das Lied der Erlösung singen.“*** Hieran können wir sehr leicht erkennen, dass die Gier nach dem Materiellen etwas völlig anderes ist. Dabei beginnt der Diener damit, mutwillig zu herrschen.

Selbsterkenntnis

Meine Unerfülltheit zeigt mir, dass ich an den falschen Orten gesucht habe.

Aus dem Leben der Wüstenväter

„Ein Altvater schickte seinen Schüler aus, um Wasser zu schöpfen, der Brunnen aber war sehr weit vom Kellion entfernt, und der Bruder hatte vergessen, das Seil mitzunehmen. Als er daher an der Zisterne kam und das Seil vermisste, betete er und sprach: ‚O Brunnen, o Brunnen! Mein Abbas hat mir befohlen, diesen Krug mit Wasser zu füllen!’ Und sogleich, hob sich der Wasserspiegel bis an den Rand der Zisterne, und der Bruder füllte das Gefäß. Dann trat das Wasser wieder auf seinen gewöhnlichen Stand zurück.“****

U*D*O*-*M*A*N*S*H*A*U*S*E*N

* Antirrhetikos, Völlerei Nr. 25, übers. v. U. Manshausen a. d. Griech. n. Frankenberg, 477-479; Septuaginta deutsch. Das griechische AT in dt. Übers., hrsg. v. W. Kraus / M. Karrer, Stuttgart 2010, Sprichwörter ** Jes 55,1-3; Übersetzung ‚Hoffnung für alle’ (Hfa) *** Andrea Schwarz, zitiert nach: Herrnhuter Losungen, hrsg. v. d. Ev. Brüder-Unität im Friedrich Reinhardt Verlag Lörrach / Basel, Donnerstag, 30.6.2022 **** Weisung der Väter, übers. v. Bonifaz Miller, Trier 1986, 406

 

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