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Meditationsbrief

Vertrauen

Leitgedanke für die Woche

Wann kommt es Ihnen in den Sinn, an Gott zu denken?

Aus dem Gedankengut der Wüstenväter

Evagrius Ponticus: „Zur Seele, die annimmt, dass sie über die Stärke hinaus vom Dämon der sexuellen Begierde versucht wird. 2 Chr 36,4a: ‚Das Silber und das Gold gaben sie dem Pharao. Zu dieser Zeit begann das Land tributpflichtig zu werden, um das Geld auf Befehl des Pharao abzuführen. Und jeder forderte nach Kräften das Silber und das Gold vom Volk des Landes zurück, um es Pharao Nechao zu geben.’“*

Impuls

Stimmt es wirklich, dass wir nicht über unsere Möglichkeiten hinaus versucht werden und dass uns nur das aufgebürdet wird, was wir bewältigen können?
Bewahrheiten lässt sich solches nicht, da uns objektive Kriterien dafür fehlen und die körperlich-seelische Konstitution sich kaum messen lässt.
Jedoch kann der Hinweis auf das möglich Tragbare zur einer eigenen Überprüfung führen, indem wir uns im Klaren darüber werden, ob eine Heilungsmöglichkeit eher in unseren Händen liegt oder wir womöglich andere um Hilfe bitten müssen. Dass uns Schicksalsschläge umhauen und uns wie gelähmt zu Boden werfen können und wir uns dann fühlen, als stünden wir an einem Abgrund, der keinen weiteren Schritt mehr zulässt – daran gibt es keinen Zweifel.
Ein Leben lang bleibt die eigene Unsicherheit darüber, wie stabil und zuverlässig wir eigentlich sein können. Für jeden gilt es, die uns tragende eigene Mitte zwischen einer Manie – im Sinne eines übersteigerten Selbstbewusstseins – zu orten, die uns fast schon wie Göttern gleich erscheinen lässt, und einer Depression, die uns eine hilflose Niedergeschlagenheit erspüren lässt, da unsere Handlungsfähigkeit blockiert ist.
Gegen das Gefühl einer Bedrohtheit gibt es keine Absicherung, sondern angesichts dessen gibt es wahrlich den Weg in den vertrauensvollen Schutz des Schöpfers dieser Erde, den Jesus mit den Worten ‚Sorget euch nicht um euer Leben!’** in das Herz eines jeden Einzelnen legen möchte. Eugen Drewermann hebt hervor, dass das Böse nicht nur etwas Äußeres ist, sondern im Herzen eines jeden Menschen verwurzelt ist und allein in diesem überwunden werden kann.***
Von daher liegt eine Lösung im Hinblick auf die Mutmaßung unserer notwendigen Kraft nicht darin, ob wir diese haben oder nicht, sondern es geht um die Zuversicht eines Vertrauens in Gott, in die Schöpfung und in uns selbst. Wo soll anders die Stärke herkommen, die uns dem Abgrund entreißt!
Im biblischen Buch der Sprichwörter heißt es: „Mit ganzem Herzen vertrau auf den HERRN, bau nicht auf eigene Klugheit; such ihn zu erkennen auf all deinen Wegen, dann ebnet er selbst deine Pfade!“**** Beweisen können wir solches nicht, jedoch hoffentlich erfahren.

Selbsterkenntnis

Wenn ich auf Gott vertraue, kann ich nicht noch weiter verlieren.

Aus dem Leben der Wüstenväter

Abbas Hyperechios sprach: „Der Gehorsam ist für den Mönch ein Kleinod. Wer es gewonnen hat, wird von Gott erhört werden, und mit Zuversicht wird er beim Gekreuzigten stehen, denn der gekreuzigte Herr wurde gehorsam bis zum Tode (Phil 2,8).“*****

U*D*O*-*M*A*N*S*H*A*U*S*E*N

* Antirrhetikos, Sexuelle Begierde Nr. 18, übers. v. U. Manshausen a. d. Griech. n. Frankenberg, 487; Septuaginta deutsch. Das griechische AT in dt. Übers., hrsg. v. W. Kraus / M. Karrer, Stuttgart 2010, Chronik ** Mt 6,25; Einheitsübers. *** vgl. Eugen Drewermann, Jesus von Nazareth. Bilder eines Menschen, 2. Aufl., Düsseldorf 2008, 28 **** Spr 3,5-6; Einheitsübers. ***** Weisung der Väter, übers. v. Bonifaz Miller, Trier 1986, 298

 

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