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Wüste - Land ohne Aussaat


 

Foto: Udo Manshausen

 

„Sterne und blühende Obstbäume. Das völlig Dauerhafte und das äußerst Zerbrechliche wecken gleicherweise das Gefühl des Ewigen.“

Simone Weil


(Simon Weil (1909-1943, Philosophin und Mystikerin), Schwerkraft und Gnade, aus d. Franz. v. F. Kemp, München 1989, 149)

 

Wenn der Prophet Jeremia den Lebensraum der Wüste konkret als ‚Land ohne Aussaat‘ kennzeichnet, öffnet sich damit ein anschauliches Bild von dieser kargen und heißen Landschaft. Martin Luther betont in seiner Übersetzung aus dem Hebräischen den Aspekt des Handelns, wenn er schreibt: „…im Lande, da man nicht sät.“ Die Bibelausgabe ‚Hoffnung für alle‘ gibt diese Stelle in freier Übersetzung mit den Worten wieder: „… wo man weder sät noch erntet.“
Gott lässt durch Jeremia verkünden, dass er sich doch als der Verlässliche erwiesen hat, da er sein Volk während der vierzigjährigen Wüstenzeit durch das ‚Land ohne Aussaat‘ geführt hat. Daher zeigt er Unverständnis gegenüber der derzeitigen Abkehr von ihm und beklagt: „… mein Volk hat doppeltes Unrecht verübt: Mich hat es verlassen, den Quell des lebendigen Wassers, um sich Zisternen zu graben, Zisternen mit Rissen, die das Wasser nicht halten.“ (1)
Damals wie heute tauschen wir die ‚göttliche Quelle‘ gegen andere Lebenssicherheiten – nicht nur gegen eigens erbaute Zisternen – ein: Da gibt es die politischen Bündnisse, die geschlossen werden, um wirtschaftlichen Ertrag und Frieden zu gewährleisten. (2) Es werden einfach andere Dinge zu Göttern oder Götzen erhoben, die man statt des allmächtigen Gottes verherrlicht und anbetet. (3) Das Fruchtbare wird gegen Verderbliches eingetauscht. (4) Fremden Mächten wird nachgelaufen, was natürlich nicht ohne Anpassung geht. (5)

Mancher wird sich noch an den Spruch erinnern, der in früheren Zeiten häufig gebraucht wurde, wenn keinerlei Aussicht mehr bestand und man von seinem Vorhaben endgültig Abstand nehmen sollte: ‚Da wächst kein Gras mehr …‘ Die Wüsten breiten sich zunehmend aus, da es immer weniger Land gibt, auf dem eine Aussaat tatsächlich noch zu einer geistigen Ernte führt.

„1) Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren,
lob ihn, o Seele, vereint mit den himmlischen Chören …
2) Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret,
der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet,
der dich erhält, wie es dir selber gefällt;
hast du nicht dieses verspüret „es nur leiden …
5) Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen.
Lob ihn mit allen, die seine Verheißung bekamen.
Er ist dein Licht, Seele, vergiss es ja nicht.
Lob ihn in Ewigkeit! Amen.“ (6)



U*D*O*-*M*A*N*S*H*A*U*S*E*N

1) Jer 2,13; Einheitsübersetzung 2016.
2) Jer 2,18: „Was nützt dir jetzt der Weg nach Ägypten, um Nilwasser zu trinken, und was nützt dir jetzt der Weg nach Assur, um Eufratwasser zu trinken?“; Einheitsübersetzung 2016.
3) Jer 2,11: „Hat je ein Volk seine Götter gewechselt? Dabei sind es gar keine Götter. Mein Volk aber hat seinen Ruhm gegen unnütze Götzen vertauscht.“ Jer 2,23: „Wie kannst du sagen: Ich bin nicht unrein geworden, den Baalen bin ich nicht nachgelaufen? Schau auf dein Treiben im Tal, erkenne, was du verübt hast! Eine schnelle Kamelstute bist du, die kreuz und quer ihre Wege rennt …“; Jer 2,28: „Wo sind nun deine Götter, die du dir gemacht hast? Sie mögen sich erheben, falls sie dir helfen können, wenn du in Not bist. Denn so zahlreich wie deine Städte, Juda, sind auch deine Götter.“ Die Texte sind der Einheitsübersetzung 2016 entnommen.
4) Jer 2,7: „Ich brachte euch dann in das Gartenland, um euch seine Früchte und Güter genießen zu lassen. Aber kaum seid ihr dort gewesen, da habt ihr mein Land entweiht und mein Eigentum zum Abscheu gemacht.“ Jer 2,21: „Ich aber hatte dich als Edelrebe gepflanzt, als gutes, edles Gewächs. Wie hast du dich gewandelt zum Wildling, zum entarteten Weinstock!“ Die Texte sind der Einheitsübersetzung 2016 entnommen.
5) Jer 2,25: „Erspare deinem Fuß das Barfußgehen und deiner Kehle den Durst! Du aber sagst: Nein, lass mich! Denn ich bin verliebt in die Fremden und will ihnen nachlaufen.“ Jer 2,36-37: „Wie kannst du nur so leicht bereit sein, deinen Weg zu wechseln! Auch von Ägypten wirst du enttäuscht, wie du von Assur enttäuscht worden bist.
Auch von dort wirst du wegziehen, die Hände über dem Kopf. Denn der HERR verwirft alle, denen du vertraust; du hast mit ihnen kein Glück.“ Die Texte sind der Einheitsübersetzung 2016 entnommen.
6) Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, Text: Joachim Neander, Musik: Halle 1741 nach Stralsund 1665, Gotteslob 392 ö; Musik: https://youtu.be/QqNVpx7zr7w?si=tozmyppX-lE36YpQ , aufgerufen am 29.6.2021.














 

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KI-Podcast Meditationsbrief

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