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Die Unentschlossenen Die Unentschlossenen Leitgedanke für die Woche Was denken Sie darüber, dass Sie oftmals unentschlossen sind? Aus dem Gedankengut der Wüstenväter Evagrius Ponticus: "Gegen den Gedanken, der aus ...



Erkrankung und Sinnfindung

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Projekt Worte hören

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Ich ohne Mittelpunkt

Ein Hörstück von Udo Manshausen

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Individuelle Handschrift

Leitgedanke für die Woche

Haben Sie eine eigene Schreibweise für Ihr Leben?

Aus dem Gedankengut der Wüstenväter

Evagrius Ponticus: „Gegen den Gedanken, der seine Seele nicht mit Ehrgefühl wachsam vor der sexuellen Begierde schützt, die mit ihr verknüpft ist, da sie Ungezügeltes ausspricht und ebenso handelt mit der Frau, die vor seinen Augen erscheint. Dtn 6,3: ‚Und höre, Israel, und gib acht, sodass du (sie) tust, damit es dir gut gehe und damit ihr sehr zahlreich werdet, wie der Herr, der Gott deiner Väter, gesprochen hat, dass er dir ein Land gebe, in dem Milch und Honig fließen.’“*

Impuls

Sollte das wirklich ausschließlich zur Handschrift unseres Lebens werden: jedweder Begierde zu folgen, um diese zu verwirklichen? Eine individuelle Handschrift wäre es auf jeden Fall nicht.
Selbstverständlich gibt es individuelle Ausprägungen des Übels. Um diese zu vermeiden, empfehlen Evagrius und Mose grundlegend, mit Hilfe der Sphäre Gottes sein Leben auf individuelle Weise zu buchstabieren, damit wir einem persönlichen Sinn folgen können, der in einer überlegten Entscheidung gründet. Die körperliche Begierde kennt nur den Impuls der sofortigen Befriedigung.
Am Ende des Briefes an die Galater betont der Apostel Paulus, dass er diesen mit eigener Handschrift verfasst hat: „Seht, mit welch großen Buchstaben ich euch schreibe, mit eigener Hand.“** Er gibt den Inhalten insofern das Siegel einer individuellen Prägung, da sie in einer Überzeugung gründen, die er zudem mit dem göttlichen Geist verwoben hat. Somit plappert er nicht irgendetwas nach. Er weiß darum, dass wir mit dem einfühlenden Blick auf Gott hin, ein umfassenderes Sein erfahren können, das sich in der seelischen Weite viel mehr individuell verwirklichen kann. Es bleibt dann nur noch zu entscheiden, zu welchem Inhalt Großbuchstaben angebracht sind.
Der Journalist Rambert wurde durch die Pest in die algerische Stadt Oran eingeschlossen und er möchte wegen seiner Liebe aus der Stadt fliehen. So wird es in dem Roman ‚Die Pest’ von Albert Camus beschrieben. Die Mutter einer der Fluchthelfer kommt mit ihm ins Gespräch: „’Sie glauben nicht an den lieben Gott?’ fragte die Alte, die jeden Morgen zur Messe ging. Rambert gab es zu, und die Alte sagte ... ‚Sie müssen zu ihr gehen, Sie haben recht. Was bliebe Ihnen sonst?’“*** Wider Erwarten entscheidet sich Rambert, in der Stadt zu bleiben, um weiterhin seine Hilfe für die Pestkranken zu leisten. Es ist der Beginn einer anderen Schreibweise seines Lebens.
Fast ein jeder versucht sein Leben zu planen und aktiv zu gestalten. Ob wir jedoch dadurch der eigenen seelisch-geistigen Enge entfliehen konnten, zeigt sich erst, wenn uns eine Art Pest vor Augen führt, dass scheinbar alles umsonst gewesen ist, wofür wir uns angestrengt haben. Als besonders tragisch steigert sich in diesen Momenten die Finsternis, wenn wir uns zu wenig des eigenen unverwechselbaren Selbst bewusst geworden sind. Die äußere Leere wird im schlimmsten Fall mit der inneren identisch. Ein bloßes ‚Ich will’ gestaltet noch keine Individualität mit Sinn. Es gilt als Anfang die Kopien fremder Personen von innen her zu entlarven.

Selbsterkenntnis

Ich frage mich: ‚Was trägt wirklich meine Handschrift?’ Ich bin noch zu keinem Ergebnis gekommen.

Aus dem Leben der Wüstenväter

„Ein Bruder hatte der Welt entsagt und das Mönchskleid angenommen, und sofort schloss er sich ein und sagte: ‚Ich will Einsiedler sein.’ Als die benachbarten Greise das hörten, kamen sie und verjagten ihn und befahlen ihm, in den Kellien der Brüder herumzugehen und vor jedem einzeln Buße zu tun und zu sagen: ‚Verzeiht mir, ich bin kein Einsiedler, sondern erst neulich habe ich mit dem Anfang im Mönchsleben begonnen.’“****

U*D*O*-*M*A*N*S*H*A*U*S*E*N

* Antirrhetikos, sexuelle Begierde Nr. 6, übers. v. U. Manshausen a. d. Griech. n. Frankenberg, 485; Septuaginta deutsch. Das griechische AT in dt. Übers., hrsg. v. W. Kraus / M. Karrer, Stuttgart 2010, Deuteronomium ** Gal 6,11; Einheitsübers. *** Albert Camus, Die Pest, Hamburg 1997, Übers. Uli Aumüller, www.edf.pub, 169-170 **** Weisung der Väter, übers. v. Bonifaz Miller, Trier 1986, 382

 

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