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GÖTZEN GERECHTIGKEIT MÄRTYRER

Götzen Gerechtigkeit Märtyrer

Götzen Gerechtigkeit Märtyrer 


 

Götzen - Gerechtigkeit - Märtyrer

„Sie alle, von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten, sind nur auf Gewinn aus;
vom Propheten bis zum Priester betrügen sie alle.
Den Schaden meines Volkes möchten sie leichthin heilen, indem sie sagen: Frieden! Frieden! – Aber da ist kein Friede.
Schämen müssten sie sich, weil sie Gräuel verübt haben.
Doch sie schämen sich nicht; Scham ist ihnen unbekannt.
Deshalb müssen sie mit denen fallen, die fallen.
Sobald ich sie heimsuche, werden sie stürzen, spricht der HERR.“
(Prophet Jeremia)

(Jer 6,13-15; Einheitsübersetzung)




 

Einführung

Das Lebenszeugnis und die Gedankenwelt der Personen, die hier zur Sprache kommen sollen, ermöglichen uns durch ihren barmherzigen Einsatz für die Mitmenschen sowie durch ihre göttlich inspirierten Gedankenströme eine existenzielle Betrachtung der menschlichen Unterdrückung zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten der Welt. Es wird in diesem Projekt festgehalten, wie diese ‚unliebsamen Geister’ ihres Lebens durch die Mächtigen beraubt wurden.

Gleichsam kann der tragische Tod dieser engagierten Menschen eine kritische Anfrage an uns selbst sein: Weichen wir einem naheliegenden Kampf für eine barmherzige Gerechtigkeit womöglich deswegen oftmals aus, weil wir unsere eigene komfortable Situation nicht gefährden wollen?

Für die Christen gilt es außerdem zu entscheiden, ob sie sich wie Jesus von Nazareth nur zum Gebet zurückziehen oder ob die an Gott Glaubenden wie Jesus ihr Leben für den Mitmenschen bis an die menschlichen Grenzen einsetzen möchten. Ohne den Einsatz für den Menschen bleiben die Gottesdienste lediglich Folklore.

In einem ersten Aufmerken wird der Frage nachgegangen, warum diese Menschen sterben mussten, die sich für die Gerechtigkeit im Sinne Gottes eingesetzt haben.

Wenn jemand aufgrund seiner Überzeugungen beseitigt wird, geht es um weit mehr als nur um Meinungsverschiedenheiten. Märtyrer stellen den Lebensvollzug des Einzelnen und in besonderer Weise der Führenden in ihrer Seinstiefe kritisch infrage, indem sie deren oberflächlichen Werte oftmals als seelenlose Götzen entlarven, von denen fehlgeleitete soziale Gefüge und Gruppen beseelt sind, indem sie diese verherrlichen und ihnen huldigen als wären diese Gott.

Je höher die Akzeptanz für die materiellen Güter und das Sklaventum moderner Prägung ist, desto größer ist die Gefahr für diejenigen, die diese seelenlose unmenschliche ‚Falschheit’ aufdecken, die Ausdruck übler Ungerechtigkeiten ist.

Als erstes Zeugnis für den Einsatz des eigenen Lebens im Glauben wird das Handeln des Jesuiten Ignacio Ellacuría in El Salvador beschrieben. Er nahm das Vorbild Jesu ernst, indem er sich wie er für die Armen und Unterdrückten einsetzte. Ellacuría brachte vor allem den Menschen das Handeln Jesu für die Armen nahe. Genau an dieser Schnittstelle zwischen dem leidenden Menschen und dem barmherzigen Gott liegt für ihn die Zuversicht für die Menschen, die eine Befreiung ermöglichen kann. Gerade dieser Geist wurde in der Bevölkerung mit tödlichen Waffen bekämpft, denen auch Ellacuría zum Opfer fiel.

Die französische Ordensfrau Alice Domon folgte ihrer Berufung und ging in die Missionsarbeit nach Argentinien. Zunächst lebte sie in einem Armenviertel in Buenos Aires und später teilte sie ihr Leben mit den Landarbeitern. Sie verwirklichte für sich das Ziel, ganz wie die Ärmsten der Armen zu leben. Dabei unterstütze sie den Lebensalltag der Menschen in ihrer Umgebung, indem sie einsprang, wo Hilfe notwendig war. Da die Ordensleute in Argentinien unter dem Militärregime einen gewissen Schutz hatten, kappte sie später alle rechtlichen Bindungen zu ihrer Kongregation, um sich gänzlich mit den Armen zu solidarisieren. Als sie sich den Müttern „Madres de Plaza de Mayo“ anschloss, die in Form einer Protestbewegung das Militärregime unaufhörlich nach ihren verschwundenen Kindern fragte, wurde sie entführt, gefoltert und mit einem Flugzeug über dem Meer abgeworfen.

Die französische Mystikerin Marguerite Porete erlebte ihre ganz persönlichen Gotteserfahrungen als seelische Befreiung von den von der Kirche aufgestellten Bedingungen im Hinblick auf eine Begegnung mit Gott. Sie erkannte und erlebte ganz tief im Inneren ihrer Seele, dass es keiner kirchlichen Regeln und Dogmen bedarf, um in der Sphäre der Liebe Gott zu begegnen und mit ihm gleichsam zu verschmelzen. Es hat sich bis in die heutige Zeit bewahrheitet, dass die kirchlichen Vertreter nur Erfahrungen mit Gott dulden, die in ihr institutionelles System hineinpassen. Um Gott erleben zu können, bedarf es jedoch keiner kirchlichen Norm, da Gott auf unendliche Weise erfahrbar ist. Den Weg der menschlichen Befreiung von allen Tugendwerken und letztlich auch von der Gnade Gottes beschreibt sie in ihrem Werk ‚Der Spiegel der einfachen Seelen’ auf glaubwürdige Weise. Sie wurde durch die ‚Heilige Inquisition’ zum Tode verurteilt und zusammen mit ihrem Werk in Paris auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Jesus von Nazareth wurde aufgrund seiner Häresien von der religiösen Gemeinschaft seines Volkes bekämpft und ausgegrenzt. Er stellt die Ärmsten der Armen in den Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit. An diesen soll sich das barmherzige Handeln Gottes in besonderer Weise verwirklichen. Jesus verkündet die Botschaft, dass für Gott und ihn kein Mensch vom göttlichen Heil ausgeschlossen ist. Gottes Liebe wendet sich bedingungslos allen Menschen zu. Die religiösen Gebote und Gesetze als Bedingung für das Heil des Menschen stellt Jesus grundlegend infrage. Die Verurteilung von Menschen lehnt er rigoros ab. Die Heuchelei der religiösen Führer entlarvt er und vertritt gegenüber ihnen das Menschenbild Gottes, dass sich kein Mensch über einen anderen erheben darf. In der Liebe Gottes sind alle wesensgleich. Das Verhalten Jesu störte das Machtgebaren der religiösen Führer, sodass er beseitigt werden musste. Er wurde umgebracht und starb den qualvollen Kreuzestod. Nachweislich wird durch die katholische Kirche die Botschaft Jesu über die Jahrhunderte immer mehr verzerrt und ignoriert, da sie ihrem institutionellen Machstreben im Wege steht. Von daher ist es wichtig, sich die ursprünglich überlieferten Gedanken Jesu in Erinnerung zu rufen. Auf diese Weise werden die Gegensätze im Verhalten der christlichen Vertreter zur Botschaft Jesu auch ohne theologisches Studium für jeden sofort ersichtlich.


Die Fortführung der Einleitung erfolgt in kursiver Schriftform.



 

Teil 26

Die Vergebung Gottes durch Jesus

Jesus vergibt der Ehebrecherin
„1 Jesus verließ die Stadt und ging zum Ölberg. 2 Aber schon früh am nächsten Morgen war er wieder im Tempel. Viele Menschen drängten sich um ihn. Er setzte sich und lehrte sie. 3 Da schleppten die Schriftgelehrten und Pharisäer eine Frau heran, die beim Ehebruch überrascht worden war. Sie stellten sie in die Mitte, wo sie von allen gesehen werden konnte, 4 und sagten zu Jesus: »Lehrer, diese Frau wurde auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt. 5 Im Gesetz hat Mose uns befohlen, eine solche Frau zu steinigen. Was meinst du dazu?« 6 Sie fragten dies, um Jesus auf die Probe zu stellen und ihn dann anklagen zu können. Aber Jesus bückte sich nur und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7 Als sie nicht lockerließen, richtete er sich auf und sagte: »Wer von euch noch nie gesündigt hat, soll den ersten Stein auf sie werfen!« 8 Dann bückte er sich wieder und schrieb weiter auf die Erde. 9 Als die Ankläger das hörten, gingen sie einer nach dem anderen davon – die älteren zuerst. Schließlich war Jesus mit der Frau allein. Sie stand immer noch an der gleichen Stelle. 10 Da richtete er sich erneut auf und fragte sie: »Wo sind jetzt deine Ankläger? Hat dich denn keiner verurteilt?« 11 »Nein, Herr«, antwortete sie. »Ich verurteile dich auch nicht«, entgegnete ihr Jesus. »Du kannst gehen, aber sündige nun nicht mehr!«“*

* Joh 8,1-11, Übersetzung ‚Hoffnung für alle (Hfa)’.

 

 

Bildnachweis: Urheber: rawpixel, Dateinummer 112593833, Urheberrecht: https://de.123rf.com/photo_112593833_hands-holding-bible-word-in-balloon-letters.html.

 

Das katholische Kirchenrecht

„Voraussetzungen der Strafbarkeit

Im 6. Buches des CIC (Gesetzbuch des Kirchenrechts) sind die Anwendbarkeit der kirchlichen Strafbestimmungen, die persönlichen Voraussetzungen der Strafbarkeit wie Strafmündigkeit oder Schuldfähigkeit sowie die Strafzumessung einschließlich möglicher Strafausschließungsgründe oder Straferlass geregelt, außerdem die Strafverhängung (Strafverfahren).
Mit einer Kirchenstrafe werden belegt Straftaten gegen die Religion und die Einheit der Kirche wie Schisma und Häresie, Straftaten gegen die kirchlichen Autoritäten und die Freiheit der Kirche, beispielsweise wer dem Apostolischen Stuhl, dem Ordinarius oder dem Oberen, der rechtmäßig gebietet oder verbietet, nicht gehorcht und nach Verwarnung im Ungehorsam verharrt, ferner Amtsanmaßung und Amtspflichtverletzung, sog. Fälschungsdelikte wie Verleumdung oder Urkundenfälschung, Straftaten gegen Leben und Freiheit des Menschen (auch Abtreibung? und schließlich Straftaten gegen besondere Verpflichtungen wie der Versuch, eine Zivilehe einzugehen oder dem Zölibat zuwider in einem eheähnlichen Verhältnis zu leben.“*

„Beispiele für bekannte Kirchenstrafen sind:

• Beugestrafen: Exkommunikation (Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft), Suspension (Verbot der Amtsausübung eines Klerikers), Interdikt (Untersagung gottesdienstlicher Handlungen)
• Sühnestrafen: Konfinierung (Aufenthaltsge- bzw. -verbote wie Klosterhaft), Strafversetzung auf ein anderes Amt, Dimission (Entlassung aus dem Klerikerstand)
• Kirchenbann: Ausschließung, Verdikt bei Verfehlungen in Glauben oder Sitte
• Infamie: Verrufenheit, Ehrverlust
• Meidung: bei einigen Gemeinschaften wie den Altmennoniten, Amischen, Hutterern, Zeugen Jehovas sowie teilweise im Islam“**

* https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenstrafe, v. 11.2.2021. ** ebd.

 

 

Bildnachweis: Urheber: Valerii Zan, Dateinummer 120319062, Urheberrecht: https://de.123rf.com/lizenzfreie-bilder/strafe.html?alttext=1&oriSearch=jesus&start=220&sti=noandsg2buhxj1yfbl|&mediapopup=120319062

 

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