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MÖNCHTUM

Wüstenväter

"Die Wüstenväter sind die ersten christlichen Einsiedler, die ganz auf sich selbst gestellt im 3.–5. Jahrhundert vorwiegend in den Wüstengebieten Ägyptens zurückgezogen lebten. Mit ihrer extremen Lebensentscheidung folgen sie dauerhaft und konsequent ihrem inneren Ruf nach Freiheit des Geistes. Ihr Aufbruch ist durch Mut und Klarheit des Verstandes bestimmt. Mit Hilfe ihrer Weisheit und Originalität können wir zeitgemäße Anstöße auf dem Weg zu einer existentiellen Eigenständigkeit erhalten. Es ist bemerkenswert, wie sehr ihre Einsichten auch in der heutigen Zeit zum Wesentlichen des Lebens hinführen.

Diese ersten Mönche lebten in Wüsten und abgelegenen Orten Ägyptens: nitrische und sketische Wüste, Kellia südlich von Alexandria; Nildelta, Thebais; ebenso gab es Einsiedler in Syrien und Palästina. Sie lebten entweder als Eremiten ganz abgeschieden mit minimalem Kontakt oder siedelten sich um einen berühmten Wüstenvater an, um mit ihm den Austausch zu pflegen. Später entwickelten sich daraus, die sog. Koinobien (koinos: gemeinschaftlich; bios: Leben), die unter der Leitung einer führenden Person standen und in denen Regeln für die Gemeinschaft aufgestellt wurden, die die Vorläufer der heutigen Klosterformen sind."

(Auszüge aus: Udo Manshausen, Wüstenväter für Manager. Weisheiten christlicher Eremiten für die heutige Führungspraxis, Wiesbaden 2000)


Pilgerschaft

Das Foto zeigt ein Holzschnittswerk auf einem Türbalken des Klosters des Hl. Apollo, der dieses in der Zeit zwischen 385-390 gegründet hat. Der Holzbalken stammt aus dem Kloster (6.-7.Jh.), das man in Baouit (Bawit) in Mittelägypten nahe der Landschaft der Thebais gefunden hat.
Im Mittelpunkt steht das Muschelmotiv mit Kreuz. Die Muschel treibt lange Zeit im Wasser, bis sie an Land geschwemmt wird. Die Wüstenväter verstehen sich in diesem Sinne als Pilger. Das Kloster ist der Ort, an dem sie ihre Pilgerschaft im Zeichen des Kreuzes, des inneren Ringens gegen die Laster und Fehlhaltungen, bis zur Auferstehung durchleben. Wer durch die Pforte schreitet, weiß jedoch auch um seine Ankunft in einem transzendenten Raum, der ihn über das Irdische hinaus in die himmlische Heimat führt.
Der Türbalken befindet sich im Louvre.

(Foto: Udo Manshausen)


 

Vortrag

'Fliehe die Menschen' - Von den Anfängen des Mönchstums bei den Wüstenvätern
Udo Manshausen

anlässlich des Stiftungstages 'Kloster Heisterbach' am 18.10.2010
Veranstalter:
Stiftung Abtei Heisterbach
Vorsitzender: Pfr. i. R. Georg Kalckert
Kloster Heisterbach
53639 Königswinter
www.abtei-heisterbach.de

Download des Vortrags

Fliehe die Menschen [154 KB]