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FÜHREN MIT HARMONIE UND GELASSENHEIT
 

"Das Ziel der Wüstenväter ist es also, zu einem seelischen Gleichgewicht zu kommen. Sie wollen einen Zustand des Gemüts erreichen, der sich weitestgehend von äußeren Einflüssen unabhängig gemacht hat und nicht mehr eines Trainings der Selbstbeherrschung bedarf. Die Mönche streben eine innere Zuversicht an, die zu einem festen Bestandteil ihres Wesens werden soll. Zwar hat derjenige, der die zerstörerischen Leidenschaften im Augenblick abwehren konnte, auch einen Erfolg errungen, aber er muss noch an sich arbeiten, damit er nicht mehr kämpfen muss, um seine Ausgeglichenheit zu erlangen."

"Die Energie zum Führen und Leiten wird oft unnötig gebunden, wenn sich eine Führungskraft erst hart zusammenreißen muss, um Gerüchte oder Angriffe auf die eigene Person auszugleichen oder wenn die Frustration sowie die Verzweiflung über ein schlechtes Ergebnis emotionale Ausbrüche nach sich zieht. Die negativen Folgen einer solchen Unausgeglichenheit betreffen nicht nur das eigene Wesen, sondern auch die anvertrauten Kollegen.

Überlegungen, ob eine geistige Zufriedenheit jenseits der Rückmeldungen im Alltag erstrebenswert oder gar realistisch sowie psychisch erreichbar ist, sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein faires Führungsverhalten auf Dauer nicht ohne ein starkes Bemühen um eine emotionale Unabhängigkeit gelebt werden kann.

Das Ziel der Apatheia, einer Gelassenheit angesichts der Ereignisse des Lebens, hat neben der Ordnung der eigenen Gefühlswelt ebenso den Nächsten wirklichkeitsnah im Blick:

"Man kann nicht alle Menschen in gleichem Maße lieben. Es ist aber möglich, frei von leidenschaftlichen Regungen, wie Unmut und Groll, sich allen verbunden zu fühlen ...“


"Warum es sich so schwer gestalten lässt, das Ziel einer inneren Ruhe in den Vordergrund der Persönlichkeitsentwicklung zu stellen, hat offensichtlich auch mit den gesellschaftlichen Werten sowie deren Akzeptanz und mit der sozialen Atmosphäre zu tun. Das Erreichen einer unerschütterlichen Gelassenheit ist vielen im harten Konkurrenzkampf zu wenig effektiv und zu anstrengend, und wenn es überhaupt angestrebt wird, dann müsste sich dies auf jeden Fall irgendwie auszahlen."

"In welche Richtung die Entwicklung eines Managers gehen soll, ob hin zu einer vom Erfolg abhängigen Gemütsverfassung, einer weitestgehend seelischen Unabhängigkeit oder einer Führung nach menschenfreundlichen Idealen bleibt die Entscheidung jedes Einzelnen und ist an die eigenen Vorstellungen vom Sinn einer stabilen Selbstzufriedenheit gebunden."

"Um diesem Traum nach innerer Festigkeit ein großes Stück näher zu kommen, haben die Wüstenväter eine hilfreiche Strategie entwickelt, die eigenen störenden Fehlhaltungen zu identifizieren und Schritte zu deren Bewältigung aufgezeigt."

Seite 110ff.


Gespräch zwischen Wüstenvater und Manager | Die Ich-Spur